Hispanos: Heute schon die größte Minderheit Amerikas
Müssen wir die Vereinigten Staaten Amerikas bald die Vereinigten Staaten der Hispanos nennen? Denn die USA, die sich schon immer als Schmelztiegel der Kulturen verstehen, haben sich in den letzten Jahrzehnten immer spanischer eingefärbt. Seit 2003 gelten die Hispanos als die größte Minderheit in den Staaten, doch dabei wird es nicht bleiben.
Die Hispanos
Schon jetzt machen die Hispanos in einigen Teilen der südwestlichen Staaten die Mehrheit der Bevölkerung aus – vor allem in New Mexico und Kalifornien. Doch auch gesehen auf die gesamte Größe Amerikas wächst der kulturelle und auch politische Einfluss der Hispanos: Da ihre Bevölkerungsgruppe auffällig schnell wächst, schneller als andere Bevölkerungsgruppen, stellen sie ein steigendes Wählerpotential dar, um das die Politik sich immer stärker bemüht und bemühen muss. Darüber hinaus haben sich die Hispanos vor allen Dingen in den großen Staaten angesiedelt wie zum Beispiel Texas, Kalifornien oder Florida, die bei den Präsidentschaftswahlen einen Großteil der Wahlmänner stellen – und auf diese Weise maßgeblich mit beeinflussen, wie die Wahl ausgeht. In vielen Bundesstaaten halten sich die beiden großen Parteien darüber hinaus die Waage, was Wählerstimmen angeht. In diesen sogenannten Swing States können die großen Bevölkerungsanteile der Hispanos den Ausschlag darüber geben, wer gewählt wird.
Die Bevölkerung
Die Hispanos werden jedoch nicht nur politisch zu einem immer einflussreicheren Faktor. Auch kulturell bestimmen sie schon lange das öffentliche Gesicht Amerikas. Da der Begriff „Hispano“ alle Einwohner mit spanischer oder hispanoamerikanischer Herkunft umfasst, haben die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren einen immer spanischeren Geschmack erhalten. Und dieser Prozess findet in einer rapiden Geschwindigkeit statt: 1950 lebten nur rund vier Millionen Hispanos in den USA. Zwanzig Jahre später waren es schon neun Millionen – 1980 dann fünfzehn. Anfang des Jahrtausends war die Zahl der Hispanos, die in den Vereinigten Staaten von Amerika leben, auf sage und schreibe 45 Millionen angestiegen. Damit machen die Hispanos immerhin 13,4 Prozent der Gesamtbevölkerung der USA aus. Experten gehen davon aus, dass in den kommenden vierzig Jahren der Anteil der Hispanos an der Gesamtbevölkerung sogar auf 25 Prozent steigen wird.
Untergruppen
Die Hispanos lassen sich generell in verschiedene Untergruppen aufteilen. So bilden die Mexican Americans die größte Gruppe und werden deshalb gemeinhin als Hispanos bezeichnet. Puertoricaner und Kubaner, Dominikaner und Einwanderer aus anderen Ländern Lateinamerikas allerdings werden ebenso unter diesen Begriff zusammengefasst. Da sich so die Interessen der Hispanos gegenüber denen der Mehrheit der nicht-hispanischen Bevölkerung einfacher vertreten lassen, gibt es unter den Hispanos allerdings einen Trend zur Identifikation mit der Gesamtgruppe der Hispanics. Auch die Regierung macht Schritte auf die Hispanos zu: In weiten Teilen Amerikas wird bereits zweisprachiger Unterricht gefördert, und in der Regel erhalten lateinamerikanische Einwanderer relativ leicht die Staatsbürgerschaft. Darüber hinaus sind in den letzten Jahren viele Schritte unternommen worden, die dazu führen sollen, die medizinische Versorgung und auch die Arbeitsbedingungen der sozial schwächer gestellten Hispanos zu verbessern. Vor allen Dingen die Angleichung der sozialen Positionierung der Hispanos und der nicht-hispanischen Bevölkerung muss angeglichen werden. Auch die Diskriminierung wird von Seiten der Politik und der Gesellschaft bekämpft.
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