Länder Lateinamerikas: Schön, aber nicht schönzureden

Die Länder Lateinamerikas üben nach wie vor einen ungemeinen Reiz auf die Europäer aus. Nicht umsonst erleben die lateinamerikanischen Studien an den Universitäten hierzulande einen enormen Aufschwung, was die Einschreibungszahlen betrifft. Auch dafür, Spanisch statt etwa Französisch oder andere Sprachen zu erlernen, entscheiden sich immer mehr junge Leute. Und das ist kein Wunder.

Die Bevölkerung

Ungefähr 350 Millionen Menschen weltweit haben Spanisch als Muttersprache, über 500 Millionen werden es gar, wenn man jene mitzählt, deren zweite Sprache Spanisch ist. Südlich der USA beginnt auf dem amerikanischen Kontinent Lateinamerika. Mexiko und die Karibik, aber auch Südamerika gehören dazu. Allerdings werden die englischsprachigen Länder in Südamerika aus dieser Definition häufig ausgeschlossen. Vor den Grenzen der amerikanischen Weltmacht beginnt das Abenteuer: Die Länder Lateinamerikas umgibt eine zauberhafte Aura der Freiheit, der Emotionen und der wilden Schönheit. Atemberaubende Landschaften, eine ganz andere Mentalität und Genüsse für Auge und Gaumen locken Menschen auf der ganzen Welt auf ausgedehnte Reisen nach Peru, Ecuador oder Chile.

Die vielfältigen Länder

Die Länder Lateinamerikas sind von einer ungeheuren geografischen Vielfalt geprägt: Regenwald und Gebirge wie etwa die Anden, der Amazonas als der größte Fluss der Erde, lange Sandstrände und aufregende Metropolen kann man dort besuchen. Doch wer sich für die Geschichte und insbesondere alte Kulturen interessiert, der wird hier auf seine Kosten kommen: Inkas und Mayas, aber auch die Grausamkeit der europäischen Konquistadoren inspirierten schon viele Romane und Filme. Kulturelle Events wie der Karneval in Rio de Janeiro locken ebenso mit ihren Reizen.

Die Mentalität

Dich wer die Länder Lateinamerikas besucht, der muss sich auf einiges gefasst machen. Vor allem für die distanzierten Deutschen könnte die Mentalität dort anfangs irritierend wirken – ist das der Fall, so gilt: Augen zu und durch oder – das Preußentum ablegen und sich darauf einlassen. Lateinamerikaner nämlich halten beispielsweise in einem Gespräch einen sehr viel geringeren Körperabstand zum Gesprächspartner. Auch die Pünktlichkeit lässt nach deutschen Kriterien zu wünschen übrig – die Lateinamerikaner nehmen viele Dinge eben lässiger. Wer sich anpasst, der wird feststellen, dass das Leben so um einiges gemütlicher wird. Kleiner Tipp: Wer auf Pünktlichkeit besteht, sollte bei der Verabredung „American Time“ ausmachen – das nämlich ist für viele Bewohner der Länder Lateinamerikas das Stichwort, so pünktlich wie möglich aufzukreuzen.

Brasilien und Mexico

Die größten Volkswirtschaften unter den Ländern Lateinamerikas sind Brasilien und Mexico. Generell aber stellt man in den letzten Jahren fest, dass es in Lateinamerika zu einem anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum gekommen ist. Weltweit sind Rohstoffe, die in den Ländern Lateinamerikas abgebaut werden, gefragt – darüber hinaus ist es vielen Ländern Lateinamerikas gelungen, Schritt für Schritt die Auslandsverschuldung zu verringern. Deshalb entwickelt sich Lateinamerika für viele Länder in der Welt in den letzten Jahren zu einem immer attraktiveren wirtschaftlichen Partner. Dennoch kann man die Realität nicht schön reden: Die Lücke zwischen Arm und Reich ist in den Ländern Lateinamerikas immer noch gewaltig. Unzählige Menschen leben in menschenunwürdigen Verhältnissen, die Hilfsorganisationen weltweit immer wieder zu Sorge veranlassen. Auch die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen wird immer wieder bemängelt. Malaria übertragende Mücken und verschmutztes Wasser werden dort regelmäßig zum Problem.

Foto: renisa – Fotolia

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